Ich war noch nie in der Berliner Philharmonie und als die Einladung einer Bekannten kam, das Konzert des Orchesters zu besuchen, bei dem sie mitspielt, nahm ich die Gelegenheit wahr, endlich einmal dieses außergewöhnliche Bauwerk von innen besichtigen zu können und die besondere Akustik des großen Saals zu genießen. Nach einem Rundgang durch das Foyer gelangte ich über ein Labyrinth von Treppen und Galerien zu meinem Platz. Obwohl ich eine der günstigeren Kategorien gebucht hatte, hatte ich einen hervorragenden Blick auf das Orchester. Dieses Gefühl, ganz nah an der Musik zu sein, ist auch eines der grundlegenden Konzepte des Konzertsaales, der frei schwebend im Gebäude zu hängen scheint.
Das Sinfonieorchester des jungen Ensembles Berlin unter der Leitung von Michael Riedel, das aus ca. 65 Schülern, Studenten und jungen Berufstätigen besteht, spielte für uns die Ouvertüre aus Wagners „Meistersinger von Nürnberg“, Mahlers „Lieder eines fahrenden Gesellen“, gesungen von dem Bariton Sebastian Noack und nach der Pause die „9. Sinfonie“ von Dimitri Schostakowitsch. Meiner laienhaften Meinung nach wird das Orchester dafür, dass es aus lauter Nicht-Profimusikern besteht, der Ehre, in der Philharmonie zu spielen, durchaus gerecht. Zwar war das Haus nicht ausverkauft, aber das Publikum, das überwiegend aus Freunden und Verwandten der Musiker bestand, klatschte begeisterten Beifall. Die Musikauswahl hat Spaß gemacht und ich habe einen genussvollen Abend verbracht. Das nächste Konzert am 3. Juli 2010 wird wieder in der Philharmonie stattfinden und sicher werde ich wieder dabei sein.
Orchester: www.junges-ensemble-berlin.de/
Philharmonie: www.stadtentwicklung.berlin.de/
Virtueller Rundgang durch die Philharmonie: www.berliner-philharmoniker.de/

